Was macht professionelle Diagramme aus?

Sie sind einfach und klar zu verstehen, übersichtlich, nicht aufdringlich und erfüllen ihren Zweck.

Es gibt wahrscheinlich tausende Bücher, die sich mit dem Thema Daten Darstellung und professionelle Diagramme beschäftigen. Ich möchte dir hier die für mich praktikabelsten Punkte näherbringen.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du schneller und einfacher professionelle Diagramme in Excel erstellen kannst. Dazu habe ich dir 15 kurze Punkte aufbereitet, die jeder sofort umsetzen kann.

Dafür sollten wir vielleicht vorher ganz kurz klären, wofür Diagramme genutzt werden. Du wirst jetzt bestimmt sagen, zur Datenvisualisierung. Und das ist richtig zumindest teilweise.

Diagramme werden genutzt, um einen Überblick über die Daten zu erhalten. Wie ich dir in diesem Artikel erklärt habe ist der Mensch nicht besonders gut darin, nackte Zahlen miteinander zu vergleichen, viel besser funktioniert das mit der optischen Darstellung der Daten. Dabei ist es gar nicht wichtig, wie viele zehntle Prozentpunkte ein Wert von einem anderen abweicht, bei Diagrammen geht es vor allem darum einen ersten groben Überblick zu erhalten, Trends zu erkennen und Unterschiede festzustellen. Für mehr Details kann der Betrachter dann wieder die nackten Daten miteinander vergleichen.

Daher solltest du dich mit Details in Diagrammen zurückhalten und dich auf das wesentliche konzentrieren.

Professionelle Diagramme lassen Daten für den Betrachter verständlich und übersichtlich erscheinen. Sie erleichtern das Verständnis großer Datenmengen sowie deren Beziehungen zueinander.

Bevor ich es vergesse, den Download zur Übungsdate findest du wie gewohnt gleich hier: Übungsdatei Professionelle Excel Diagramme

15 Punkte mit denen du professionelle Diagramme in Excel erstellst

  1. Wähle den richtigen Diagrammtyp für professionelle Diagramme
  2. Wähle einen aussagekräftigen Titel in deinem Diagramm
  3. Kombiniere verschiedene Diagramm Typen
  4. Kombiniere Diagramme mit anderen Elementen zu einer Ansicht
  5. Sortiere deine Daten
  6. Setze die richtigen Farben ein
  7. Vermeide unnötige Formatierungen
  8. Benutze Fokussierte wenige Informationen für professionelle Diagramme
  9. 3D Effekte sind eine Erfindung des Teufels
  10. Ist eine Legende wirklich nötig für professionelle Diagramme?
  11. Wähle dezente Linien
  12. Lasse Liniendiagramme nicht auf null abfallen
  13. Breiter Säulen sind besser für den Betrachter
  14. Entferne überflüssige Achsen
  15. Skaliere die Achsen richtig

Wähle den richtigen Diagrammtyp für professionelle Diagramme

Du kannst mit einem Kreisdiagramm keinen Zeitlichen Verlauf darstellen und genau so wenig eignet sich eine Liniendiagramm dazu Verhältnisse unterschiedlicher Daten zu einander zu zeigen.

Denke immer daran, welche Aussage du mit deinem Diagramm unterstützen oder widerlegen möchtest.

Einen ausführlichen Artikel zur Wahl des richtigen Diagrammes findest du hier.

Wähle einen aussagekräftigen Titel in deinem Diagramm

Es gibt kaum etwas schlimmeres als ein Diagramm, bei dem keiner weiß, was es darstellt oder was der Betrachter dort sieht. So ein Diagramm ist so gut wie wertlos.

Konzentriere dich darauf zu beschreiben, was auf dem Diagramm dargestellt ist, wenn du keine eindeutigen beschreibenden Daten daneben hast.

Der Titel „Quartalsweiser Umsatzvergleich für das Jahr 2019“ sagt viel mehr aus als nur „Umsatzvergleich“.

Kombiniere verschiedene Diagramm Typen

Durch die Kombination verschiedener Diagrammtypen kannst du verschiedene Daten in einem Diagramm gegenüberstellen.

Selbst wenn diese eine völlig anderen Wertebereich haben.

Denke aber daran, dass du deine Daten und die Achsen dazu eindeutig beschreibst und damit dem Betrachter klar ist, was dort zu sehen ist.

Das kannst du entweder mit der Benennung der Achsen erzielen oder mit einer Beschreibung deiner Daten direkt im Diagramm.

Kombiniere Diagramme mit anderen Elementen zu einer Ansicht

Die Funktionen von Excel sind begrenzt und erfüllen leider nicht alle Wünsche, daher solltest du verschieden Elemente kombinieren, um deine Daten möglichst effektiv aufzubereiten.

Dazu kannst du sowohl einfache Zellen sowie Formen, Bilder oder sogar andere Diagramme verwenden.

Sortiere deine Daten

Wenn es möglich ist solltest du Daten, die du vergleichen möchtest, immer sortieren.

Bei einem Zeitlichen Verlauf ist es natürlich Schwachsinn Daten der Größe nach zu reihen, das ist jedoch bei Daten, die du miteinander vergleichen möchtest, nicht der Fall.

Es fällt dir bestimmt leichter, Daten zu identifizieren, wenn du diese der Reihe nach aufbereitest vorfindest.

Setze die richtigen Farben ein

Farben sind ein wichtiges Instrument, um Daten in den Fokus zu rücken. Du solltest dabei aber immer folgende Punkte beachten:

  1. Arbeite besser mit wenigen Farben und benutze lieber Helligkeitsabstufungen, wenn du mehrere Datenreihen hast.
  2. Jede Farbe im Diagramm sollte eine Bedeutung haben. Damit meine ich mache Datenreihen nicht bunt, sondern einfärbig.
  3. Dokumente werden oft in schwarz-weiß gedruckt.
  4. Behalte das Farbschema über die gesamte Datei oder den gesamten Report bei. Wenn ein bestimmter Wert in Rot dargestellt wird, so sollte dieser in allen Diagrammen rot sein, der Betrachter kann diese dann einfach in Verbindung setzen.
  5. Verwende unterschiedliche Farben oder Farbtöne, um einzelne wichtige Datenpunkte oder Balken hervor zu heben.

Vermeide unnötige Formatierungen

Excel bietet zwar viele Möglichkeiten, wie du Diagramme formatieren kannst, das bedeutet aber nicht, dass der, der alles in ein Diagramm packt, automatisch das beste Diagramm hat.

Hier gilt das Gleiche wie bei dem Abschnitt mit den Farben. Weniger ist mehr.

Konzentriere dich auf deine Aussage. Wenn du noch eine Formatierung und noch eine benötigst, um deine Daten zu erklären solltest du das Diagramm möglicherweise nochmal überdenken.

Hier ein paar Beispiele was du vermeiden solltest:

  • Verwende keine Datenmarkierungen oder Punkt(XY) Diagramme, wenn du zu viele Datenpunkte hast.
  • Wenn überhaupt verwende nur blasse Gitternetzlinien
  • Verwende auf keinen Fall ein Muster oder eine Bild als Diagrammhintergrund

Benutze Fokussierte wenige Informationen für professionelle Diagramme

Wie oben bereits erwähnt, solltest du nicht alle Möglichen Informationen in ein Diagramm packen. Fokussiere dich auf eine Aussage oder Vergleich. Das Diagramm soll schließlich ja übersichtlich bleiben.

Beschränke dich auf das wesentliche. Klare Benennungen worum es geht und nur diese Daten visualisiert in dem Diagramm.

Als Faustregel kannst du vielleicht folgendes in Betracht ziehen:

Je Diagramm maximal 5 Werte auf denselben Achsen oder maximal 3 Werte auf unterschiedlichen Achsen.

Das gilt zumindest für die gängigsten der Diagramme Balken-, Linien-, Punkt- und Kreisdiagramm.

Der Betrachter soll die Aussage, die du mit dem Diagramm machen möchtest, schnell und einfach verstehen.

3D Effekte sind eine Erfindung des Teufels

Ich bin nicht sonderlich gläubig, aber das vorhanden sein der 3D Effekte in Diagrammen lässt für mich keine Zweifel an der Existenz des Teufels.

Jeder Mensch hat natürlich andere Vorlieben und ein anderes Empfinden von Ästhetik, aber 3D Elemente haben nichts in professionellen Diagrammen zu suchen.

Abgesehen von der Ästhetik führen diese 3D Effekte oft zu missverständlichen Interpretationen von Daten. In folgendem Beispiel könnte ich nicht sagen, welches der ersten vier Teile des Kreisdiagrammes in 3D größer ist.

Ist eine Legende wirklich nötig für professionelle Diagramme?

Nicht immer ist eine Legende in einem Diagramm notwendig, um die nötigen Informationen klar zu transportieren. Überlege daher, ob es andere Wege gibt, deine Daten kenntlich zu machen oder ob überhaupt eine notwendig ist.

Dabei helfen dir vielleicht folgende Überlegungen und Vorschläge:

  • Kannst du die Reihenbeschriftung eventuell direkt an den Werten hinterlegen?
  • Wenn du mehr als eine Y-Achse nutzt, ist eine Legende nützlich
  • Entferne Rahmenlinien um die Legende
  • Platziere die Legende innerhalb des Diagramms anstatt außerhalb
  • Überlege, ob die Standardlegende nicht effektiver durch einfache Textfelder (Einfügen–>Textfeld) ersetzt werden kann.
  • Können Farben deine Daten ausreichend Beschreiben z.B.: Verluste Rot und Gewinne Grün?

Wähle dezente Linien

Je stärker eine Linie egal ob Datenreihe, Rahmen oder Gitternetzlinien desto störender ist sie.

Wähle daher möglichst dezente, schlanke Linien in deinen Diagrammen.

Lasse Liniendiagramme nicht auf null abfallen

Wenn du nicht explizit den Wert 0 in Diagrammen darstellen möchtest, dann solltest du diese Werte entfernen damit das Linien Diagramm nicht auf die Nulllinie abfällt.

Breiter Säulen sind besser für den Betrachter

Dem Auge fällt es leichter, den Unterschied zwischen zwei Säulen zu erkennen, wenn diese möglichst breit und möglichst nahe beieinander liegen.

In breiteren Säulen kannst du außerdem Werte besser unterbringen als in schmalen.

Besonders Werte die eng zusammen liegen, lassen sich mit breiteren Säulen besser unterscheiden.

Entferne überflüssige Achsen

Du musst nicht immer alle Achsen einblenden in deinen Diagrammen. Oft macht es mehr Sinn einzelne Achsen zu löschen und durch z.B.: Datenbeschriftungen zu ersetzen oder ganz weg zu lassen. Wenn diese nicht erforderlich sind.

Das führt dazu, dass der Fokus mehr auf das Diagramm gerichtet wird und weniger optisches Rauschen im Sichtfeld vorhanden ist.

Das ist oft bei kombinierten Diagrammen sinnvoll.

Skaliere die Achsen richtig

Versuche deine Achsenskalierung entsprechend deinen Anforderungen anzupassen.

Nicht immer ist die gewählte Ansicht von Excel die richtige.

Eine Faustregel dabei ist, stelle immer den 0-Wert auf der y-Achse dar. Falls nicht, weise den Betrachter deutlich darauf hin. Wie in dem Beispiel rechts.

Fazit

Excel-Diagramme bieten eine große Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten, die jedoch auch überwältigen können.

Vermeide typische Fehler und frage dich immer, wie du es deinem Betrachter mit der Wahl des passenden Diagrammtyps, Formatierungen und Sortierungen am leichtesten machst.

Ziel soll es sein, dein Daten so übersichtlich und verständlich wie nur möglich aufzubereiten.

TIPP: Wenn du länger als 10 Sekunden benötigst, um den Inhalt eines Diagrammes zu erfassen, dann musst du etwas daran ändern.

Ich hoffe ich konnte dir ein paar nützliche Tipps an die Hand geben, mit denen du zukünftig schneller und einfacher beeindruckende Excel Diagramme erstellen kannst.

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Dein Michael, alias Doktor-Excel der smarte Excel Problem Löser

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PPS.: Vergiss nicht, solltest du spezifische Probleme mit Excel haben, schreib mir eine Nachricht und wir lösen sie gemeinsam. Hier kannst du mich kontaktieren.

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