Problem mit der Performance sind keine Seltenheit.

Du kennst das bestimmt. Du arbeitest an einer Datei, änderst einen Wert und dann … Ja dann wartest du erst mal eine kleine Ewigkeit, bis deine Änderungen neu berechnet wurden.

Das ist nicht nur nervig, sondern auch sehr zeitraubend.

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, was die Ursachen für zu geringe Performance sind und wie du die Geschwindigkeit erhöhen kannst, um keine wertvolle Zeit mehr zu verlieren.

Das sind die Gründe für eine langsame Berechnung und zu niedrige Performance

Die Performance, also ob eine Excel Datei schnell oder langsam ist, ist von vielen Faktoren abhängig. Die Geschwindigkeit kannst du beeinflussen, indem du auf folgende Punkte achtest:

  • Vermeide volatile Formeln
  • Verwende nicht zu viele Bedingte Formatierungen
  • Die Größe der Arbeitsmappe hat einen Einfluss
  • Viele komplexe Formeln können die Performance beeinträchtigen
  • Auch die Art und Größe der Bezüge führen zu langsamen Dateien

Volatile Funktionen bremsen deine Performance

Der Begriff volatil ist etwas abstrakt. Einfach gesagt bedeutet er, dass diese Formeln immer neu berechnet werden.

Aber wann genau ist immer?

Dazu müssen wir einen kleinen Ausflug machen, wie Excel Formeln berechnet, keine Angst es wird nicht zu theoretisch.

So werden Formeln in Excel berechnet

Das intelligente Berechnungsmodul in Excel versucht die Berechnungszeit weitestgehend zu minimieren.

Dazu legt Excel einen Abhängigkeitsbaum an, der alle Verbindungen einzelner Zellen und Formeln darstellt.

Darüber hinaus verfolgt Excel alle Änderungen seit der letzten Neuberechnung nach und merkt sich diese.

Wird nun ein Wert in einer Zelle geändert, weiß Excel in welchen Formeln auf diese Zelle referenziert wird und berechnet nur jene Formeln neu. Alle anderen Formeln bleiben von der Änderung unberührt und werden somit nicht neu berechnet.

Bei einer Änderung wird von Excel nur Folgendes neu berechnet:

  • Zellen, Werte, Formeln oder Namen die geändert wurden
  • Alle Zellen und Formeln die auf die geänderte Zelle referenzieren
  • Volatile Funktionen egal ob diese auf die geänderten Werte referenzieren oder nicht
  • Bedingte Formatierungen
  • Alle Zellen und Formeln, die sich in der Kette des geänderten Wertes befinden also auch jene die nicht direkt auf den Wert referenzieren

Da wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der Arbeitsmappe geändert wird, dauert die intelligente Neuberechnung nur einen Bruchteil der Zeit, die eine vollständige Neuberechnung aller Formeln dauern würde.

So werden volatile Funktionen berechnet

Volatile Funktionen und sämtliche von Ihnen abhängige Zellen werden durch folgenden Aktionen neu berechnet.

  • Änderung oder Eingabe eines beliebigen Wertes in der Arbeitsmappe
  • Zeilen oder Spalten einfügen oder löschen
  • Zeilen ein- und ausblenden (nicht jedoch Spalten)
  • Arbeitsblätter umbenennen
  • Arbeitsblätter umsortieren (d. h. Reihenfolge ändern)
  • Benannte Bereiche (Namen) hinzufügen, verändern oder löschen
  • Sortieren und Filtern

Volatile Funktionen werden somit bei fast jeder Aktion neu berechnet.

Das ist bei moderatem Einsatz der Funktionen in einer Arbeitsmappe natürlich nicht schlimm und du wirst auch kaum Einbußen in der Geschwindigkeiten feststellen.

Wenn du aber zu viele einsetzt, wird aus einer kleinen Formatierungsänderung ein langwieriges Projekt.

Zu den volatilen Funktionen gehören die folgenden:

  • =BEREICH.VERSCHIEBEN()
  • =HEUTE()
  • =JETZT()
  • =INDIREKT()
  • =ZUFALLSZAHL()
  • =ZUFALLSBEREICH()
  • =ZELLE()
  • =INFO()

Versuche also, zu viele davon auf alle Fälle zu vermeiden.

Bedingte Formatierungen machen deine Datei langsam

Auch Formeln in der Bedingten Formatierung sind volatil, egal ob du volatile Funktionen einsetzt oder nicht.

Denn Bedingte Formatierungen werden ebenfalls bei jeder Aktion neu berechnet.

Die Bedingte Formatierung wird nur im sichtbaren Bereich des Arbeitsblattes neu berechnet.

Dadurch kann auch das Scrollen erheblich verlangsamt werden.

Aber auch hier gilt, bei „normalem“ Einsatz der Bedingten Formatierung wirst du kaum einen Unterschied bemerken.

Viele komplexe Formeln verschlechtern deine Performance

Nicht nur volatile Formeln können die Ursache für langsame Dateien sein.

Auch „normale“ Formeln erreichen irgendwann einen Punkt, an dem sie die Berechnungsgeschwindigkeit beeinflussen.

Dazu müssen aber schon viele Formeln verschachtelt sein, ehe du eine Verschlechterung bemerkst.

Dazu zählen vor allem Funktionen wie SUMMENPRODUKT() oder SVERWEIS().

Falsche oder zu große Bezüge führen zu Geschwindigkeitsverlust

Neben den Funktionen ist auch der Bezug in einer Funktion für die Geschwindigkeit mit verantwortlich.

Wie du dir sicher denken kannst, wird jede Berechnung länger dauern je größer der Bezug ist.

Excel muss schließlich bei vielen Funktionen jede Zelle in einem Bezug einzeln berücksichtigen oder berechnen.

Vereinfacht kannst du es dir so vorstellen, eine Summe aus zwei Werten ist schneller berechnet als aus eintausend Werten.

Große Arbeitsmappen führen zu langsameren Arbeitsblättern

Alle zuvor beschriebenen Gründe sind aber nie allein für eine langsame Arbeitsmappe verantwortlich.

Denn wenige volatile Funktionen oder Bedingte Formatierungen machen eine Arbeitsmappe nicht gleich zur Schnecke.

Erst deren häufige Verwendung in großen Arbeitsmappen führt zu schlechter Performance.

Unter groß verstehe ich Dateien mit mehr als 40.000 gefüllten Zellen, die mit komplexen Formeln oder Bedingten Formatierungen ausgewertet werden.

In dem folgenden Kapitel führe ich einige Punkte an, die du umsetzen kannst, um deine Performance zu steigern und deine Arbeitsmappe schneller zu machen.

So kannst du die Geschwindigkeit erhöhen und die Performance verbessern

Für alle im vorherigen Kapitel beschriebenen Fälle gilt, dass erst bei großen und umfangreichen Dateien eine spürbare Verlangsamung eintritt.

Die Ursache für zu langsame Excel Dateien ist vielfältig. Aber keine Sorge, es gibt ebenso viele Möglichkeiten, wie du die Performance steigern kannst.

Hier eine Übersicht aller Möglichkeiten die Rechengeschwindigkeit deiner Arbeitsmappe zu erhöhen. Weiter unten gehe ich auf jede Möglichkeit noch mal im Detail ein.

  • Speichere deine Arbeitsmappe als binäre Arbeitsmappe für mehr Performance
  • Nutze Pivot Tabellen
  • Setze die Bedingte Formatierung mit Bedacht ein für bessere Performance
  • Vermeide volatile Funktionen für mehr Performance
  • Passe die Bezugsbereiche an und verwende strukturierte Verweise und Namen
  • Verbessere deinen Formelaufbau für mehr Geschwindigkeit
  • Vermeide Matrixformeln in deinen Dateien
  • Ersetze Formeln durch feste Werte
  • Vermeide Verknüpfungen zwischen Arbeitsmappen
  • Sortiere deine Quelldaten für schnellere Berechnungen
  • Setze VBA für bessere Performance ein
  • Stelle auf manuelle Kalkulation um

Speichere deine Datei als binäre Arbeitsmappe für mehr Performance

Du kannst die Größe einer Datei ganz einfach reduzieren, indem du sie als binäre Arbeitsmappe speicherst.

Das .xlsb Format verringert die Größe deiner Dateien um bis zu 80%.

Damit kannst du aus einer 10 MB Datei ganz einfach eine 2 MB Datei machen.

Wenn du mehr über die unterschiedlichen Dateiformate wissen möchtest, dann schau dir diesen Artikel dazu an: Von xlsx bis ods das Excel Dateiformat

Nutze Pivot Tabellen

Berechnungen in Pivot Tabellen sind um ein Vielfaches schneller als dieselben Funktionen auf dem normalen Tabellenblatt.

Daher solltest du in Erwägung ziehen, deine Daten mittels Pivot Tabellen auszuwerten und den Einsatz herkömmlicher Funktionen zu verringern.

Setze die Bedingte Formatierung mit Bedacht ein für bessere Performance

Wie weiter oben bereits erwähnt, wird die Bedingte Formatierung bei jeder Aktion in Excel erneut berechnet, was ähnlich den volatilen Formeln die Geschwindigkeit stark einschränken kann.

Dazu solltest du die Bedingte Formatierung wirklich nur auf jene Daten anwenden, bei denen es unbedingt erforderlich ist.

Außerdem solltest du darauf achten in den Formeln in der Bedingten Formatierung nur die notwendigen Bezüge zu verwenden.

Verwende also beispielsweise nicht ganze Spalten, sondern nur jene Bereiche, die auch wirklich Daten enthalten.

Merke dir, schränke die Formatierung auf die notwendigen Daten ein und lösche die Bedingte Formatierung außerhalb deiner Daten.

Vermeide volatile Funktionen für mehr Performance

Wie weiter oben beschrieben, werden volatile Funktionen bei fast jeder Änderung neu berechnet.

Daher solltest du unbedingt vermeiden, diese zu oft einzusetzen.

Hier nochmal eine Liste der volatilen Funktionen.

  • =BEREICH.VERSCHIEBEN()
  • =HEUTE()
  • =JETZT()
  • =INDIREKT()
  • =ZUFALLSZAHL()
  • =ZUFALLSBEREICH()
  • =ZELLE()
  • =INFO()

Versuche volatile Funktionen durch andere Funktionen oder feste Werte zu ersetzen.

Das klappt ganz gut mit der Funktion ZUFALLSZAHL() denn meist wird diese nur einmal benötigt, um Zufallszahlen zu erstellen. Wenn du die Zahlen erstmal hast, dann kannst du die Formel entfernen.

Wenn aber kein Weg daran vorbeiführt, dann stelle die Berechnung des Arbeitsblattes auf manuell, denn dann ist eine Neuberechnung deaktiviert.

Im manuellen Modus kannst du ganz einfach mit der Taste F9 eine Neuberechnung auslösen.

Passe die Bezugsbereiche an und verwende strukturierte Verweise und Namen

Den genauen Bereich zu bestimmen ist oft zeitaufwendig, daher verstehe ich es, wenn du ganze Spalten oder Zeilen in deinen Formeln verwendest.

Doch diese kurze Zeitersparnis bei der Formeleingabe wirst du später in der Performance locker einbüßen.

Denn selbst, wenn nur ein kleiner Teil der Spalte oder des Bereiches befüllt ist, so werden bei der Berechnung alle Zellen durchlaufen.

Wenn diese großen Bereiche dann noch in volatilen oder Rechenintensiven Funktionen wie SVERWEIS() oder SUMMENPRODUKT() eingesetzt werden, leidet die Geschwindigkeit merklich.

Bereits, wenn du den Bereich mit Werten in eine Tabelle umwandelst und trotzdem die gesamte Spalte oder Zeile als Bezug verwendest, wird eine Steigerung der Geschwindigkeit erreicht.

Besser ist aber, nur jenen Bereich als Bezug zu verwenden, der auch tatsächlich Werte enthält.

Noch besser wäre es, strukturierte Verweise oder Namen zu verwenden. Um die bestmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.

Nur als kleiner Vergleich:

Stell dir drei Spalten vor, in jeder sind Daten bis zur Zeile 400.000 vorhanden also etwa 40% der Spalte sind befüllt.

Verwendest du nun nur den gefüllten Bereich als Bezug also zum Beispiel SUMME(A1:C400000) ist die Berechnung etwa ein Drittel schneller, als wenn du ganze Spalten als Bezug verwendest SUMME(A:C).

Bei einer einfachen SUMME() Funktion macht das zwar nur einen Unterschied von 10 Millisekunden. Bei hunderten SUMMENPRODUKT() Funktionen können das aber ein paar Sekunden sein.

Verbessere deinen Formelaufbau für mehr Geschwindigkeit

Auch der Aufbau deiner Formeln und die gewählten Funktionen haben eine Auswirkung auf die Berechnungsgeschwindigkeit.

So solltest du gerade bei großen Dateien überlegen, ob du die Funktion SUMMENPRODUKT() vielleicht durch die Funktionen SUMMEWENNS() oder ZÄHLENWENNS() ersetzen kannst.

Die Funktionen sind schneller als SUMMENPRODUKT() und verbessern somit die Performance deiner Arbeitsmappe.

Achte auch auf die Reihenfolge, in der du Formeln aufbaust, auch das hat Einfluss auf die Berechnungsgeschwindigkeit.

Mit folgendem Beispiel verstehst du bestimmt, was ich damit meine.

Diese Formel wird verwendet, um aus einer Tabelle mit ca. 40.000 Zeilen und 50 Spalten Daten abzurufen.

Die Daten in Spalte F dienen dabei als Vergleichswert, um die richtigen Daten abzurufen.

Jedoch nur in jenen Zeilen, in denen der Wert in Spalte F vorhanden ist.

Wie die Formel jetzt aufgebaut ist, wird immer die gesamte Formel durchlaufen und ermittelt, ob ein fehlerhafter Wert berechnet wird, was bei einer leeren Zelle in Spalte F der Fall ist.

In Summe benötigt die Arbeitsmappe in der Form etwa 14 Sekunden bei einer Datenänderung, um alle Daten korrekt abzurufen und zu berechnen.

Wenn du jedoch eine kleine Änderung an der Formel vornimmst, dauert die Berechnung nicht mal eine Sekunde.

Hier die geänderte Formel:

Die Ursache für die Performance Steigerung ist ganz einfach.

Bei der ersten Variante muss immer die gesamte Formel berechnet werden auch bei Leerzellen.

Bei der zweiten Variante muss nur der Wahrheitstest der WENN()-Funktion durchlaufen werden.

Ist dieser WAHR, wird kein Wert zurückgegeben und die „lange“ Formel erst gar nicht durchlaufen.

Somit kannst du ganz einfach jene Berechnungen „überspringen“ die nicht erforderlich sind.

Der richtige Formelaufbau kann dir somit die Berechnungszeit drastisch verringern und Zeit sparen.

Vermeide Matrixformeln in deinen Dateien

Matrixformeln können ein hervorragendes Werkzeug sein, wenn du an die Grenzen normaler Funktionen stößt.

Aber auch sie haben einen Einfluss auf die Berechnungsgeschwindigkeit.

Genau wie die SUMMENPRODUKT() Funktion solltest du sie in großen Arbeitsmappen daher nur mit Bedacht einsetzen.

Ersetze Formeln durch feste Werte

Viele Formeln werden nur bei der Erstellung einer Arbeitsmappe oder bei Änderung der Quelldaten benötigt.

Daher solltest du in Betracht ziehen, Formeln durch feste Werte zu ersetzen, wenn du diese nicht mehr benötigst.

Ich bin zwar kein besonderer Freund dieser Vorgehensweise aber im äußersten Notfall, wenn alle anderen Methoden versagen kannst du darauf zurückgreifen.

Dabei würde ich dir allerdings raten, immer eine Formel in der jeweiligen Spalte oder Zelle zu behalten. Damit kannst du bei Bedarf die Berechnung wiederherstellen.

Mit folgenden Schritten ersetzt du Formeln durch feste Werte.

  • Markiere alle Zellen, deren Formeln du ersetzen möchtest
  • Drücke die Tastenkombination STRG+C
  • Ohne, dass du die markierten Zellen veränderst, drücke die Tastenkombination STRG+V
  • Drücke die Taste STRG
  • Drücke die Taste W

Nun hast du nur die Werte anstelle der Formeln eingefügt.

Vermeide Verknüpfungen zwischen Arbeitsmappen

Verknüpfung zwischen Arbeitsmappen sind ohnehin nie ein gute Idee, da sie nur schwer zu finden sind, leicht gelöscht werden können und die Datei langsam machen.

Die bessere und auch schnellere Lösung ist, mittels Power Query Daten aus anderen Arbeitsmappen abzurufen.

Sortiere deine Quelldaten für schnellere Berechnungen

Egal welche Funktion du nutzt, Nachschlagevorgänge sind immer schneller bei sortierten Daten.

Bestes Beispiel ist die SVERWEIS() Funktion, wenn du diese in sortierten Daten einsetzt und als letztes Argument WAHR oder 1 verwendest, ist die Funktion um ein Vielfaches schneller als mit genauer Übereinstimmung.

Setze VBA für bessere Performance ein

Gewisse Berechnungen können in VBA schneller sein, da manche Nachteile von Excel umgangen werden können oder nicht alle Zellen eines Bereiches berechnet werden müssen.

Außerdem muss Excel nur dann rechnen, wenn das Makro ausgeführt wird und nicht bei Änderungen.

Stelle auf manuelle Kalkulation um

Die letzte Möglichkeit, wie du deinen Arbeitsablauf beschleunigen kannst, ist auf manuelle Kalkulation umzustellen.

Das erhöht zwar nicht die Berechnungsgeschwindigkeit, hilft dir aber, deine Datei schneller zu bearbeiten, da du nicht nach jeder Eingabe auf die Berechnung warten musst.

Du gibst einfach alle Daten ein und zum Schluss berechnest du die Datei neu.

Die manuelle Berechnung kannst du im Register Formeln aktivieren oder deaktivieren.

Können alle Arbeitsmappen schneller gemacht werden?

Du hast nun viele Möglichkeiten kennengelernt, wie du die Berechnungsgeschwindigkeit steigern kannst.

Die Frage ist aber auch, ob alle Dateien beschleunigt werden können.

Und die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar NEIN.

Leider können nicht alle Dateien unbegrenzt beschleunigt werden.

Besonders große und umfangreiche Dateien brauchen eben Zeit zur Berechnung.

Das Positive daran ist aber, dass so große Dateien sehr selten sind und du damit kaum in Berührung kommen wirst.

Wenn doch, und du hast bereits alle Möglichkeiten ausprobiert die Geschwindigkeit zu erhöhen aber nichts hilft, bleibt nur, die Berechnung auf manuell umzustellen und damit Zeit zu sparen.

Im nächsten Kapitel möchte ich dir eine Anleitung oder wenn du so willst einen Fahrplan an die Hand geben, den du in jeder Datei anwenden kannst, um die Geschwindigkeit zu erhöhen.

Wenn du diesen Plan Punkt für Punkt durcharbeitest, bin ich überzeugt, du wirst eine Steigerung der Performance erreichen.

Wenn du diesen Schritten folgst, erhöhst du die Performance deiner Arbeitsmappe

Hier nun die versprochene Anleitung, um die Berechnungsgeschwindigkeit deiner Arbeitsmappe zu erhöhen.

Überprüfe Links in deiner Datei.

Im Register „Daten“ findest du den Punkt „Verknüpfungen bearbeiten“ dort kannst du alle vorhandenen Verknüpfungen anzeigen lassen.

Lösche jene, die nicht mehr aktuell sind oder nicht mehr benötigt werden.

Entferne fehlerhafte oder unnötige Formeln

Je mehr Formeln in einem Arbeitsblatt, desto langsamer wird es, du solltest also alle nicht benötigten oder fehlerhaften Formeln entfernen.

Lösche leere Zellen aus dem Speicher

Hört sich im ersten Moment zwar etwas komisch an, ist aber durchaus sinnvoll.

In Zellen werden nämlich nicht nur sichtbare Daten gespeichert.

Drücke in deiner Datei die Kombination STRG+Ende damit wird die letzte Zelle, die Daten jeglicher Art enthält ausgewählt. Somit siehst du, ob es eine Zelle ist die tatsächlich Daten enthält oder nicht.

Falls nicht, markiere die erste Zelle unterhalb und rechts neben deinen letzten Daten und drücke erneut STRG+Ende damit werden alle Zellen dazwischen ausgewählt.

Wähle anschließend „Löschen“ in der Registerkarte „Start“.

Speichere im Anschluss deine Datei. Das sollte bewirken, dass die Datei kleiner wird und außerdem schneller.

ACHTUNG: Das klappt leider nicht immer.

Überprüfe, ob du volatile Funktionen verwendest

Du kannst deine gesamte Arbeitsmappe nach bestimmten Funktionen mit der Suchfunktion durchsuchen.

Öffne dazu das Dialogfeld mit der Tastenkombination STRG+F.

Mit einem Klick auf die Schaltfläche „Optionen“ kannst du weitere Einstellungen treffen.

Wähle die gleichen wie in dem Bild und bestätige mit „Alle Suchen“.

Wenn du alle volatilen Funktionen gefunden hast, kannst du diese ändern oder entfernen sofern möglich.

Überprüfe die Bezüge in deinen Formeln

Ob du ganze Spalten oder Zeilen in deinen Bezügen verwendest, kannst du zum Teil ebenfalls mit der Suchfunktion herausfinden.

Dazu kann ich dir folgenden Trick empfehlen.

Meist steht ein Bezug nach einer öffnenden Klammer, nach einem Semikolon, vor einem Semikolon oder vor einer schließenden Klammer.

Also kannst du ganz einfach mit den im vorigen Beispiel gezeigten Sucheinstellungen nach folgenden Werten der Reihe nach suchen.

  • (?:?
  • ;?:?
  • ?:?;
  • ?:?)

Mit Hilfe der Platzhalter sucht Excel nun zum Beispiel nach einer öffnenden Klammer gefolgt von einem beliebigen Zeichen gefolgt von einem Doppelpunkt gefolgt von einem beliebigen Zeichen.

Diese Kombination kommt zum Beispiel in ganzen Spalten- oder Zeilenbezügen vor wie in (A:A oder (2:2.

Das ist zwar nicht 100% zuverlässig, aber damit solltest du annähernd alle Bezüge auf ganze Spalten oder Zeilen finden.

Wenn du mehr zum Thema Platzhalter wissen möchtest, habe ich einen Artikel, der dich interessieren wird. Platzhalter in Excel einfach erklärt und wie du sie richtig einsetzt

Überprüfe deine Formeln und die Bedingte Formatierung

Der letzte Punkt ist auch zugleich der Zeitaufwändigste.

Du musst alle Formeln und bedingten Formatierungen im Arbeitsblatt überprüfen.

Du findest alle Zellen mit Formeln oder bedingten Formatierungen, indem du mit der Taste F5 oder der Kombination STRG+G das „Gehe zu“ Dialogfeld öffnest.

Dort wählst du links unten „Inhalte …“. Dann kannst du alle Zellen mit bestimmten Inhalten auswählen lassen. Zum Beispiel mit Formeln oder Bedingten Formatierungen.

Wenn du nun alle Zellen gefunden hast, solltest du deine Formeln anhand folgender Punkte überprüfen.

  • Sind die Formeln einfach aufgebaut oder unnötige kompliziert?
  • Gibt es eine einfache Funktion anstelle der komplexen Formel?
  • Sind zu viele oder leere Bezüge vorhanden?
  • Sind immer wieder WENNFEHLER() Funktionen im Einsatz und können diese durch schnellere WENN() Funktionen ersetzt werden? Siehe Kapitel Verbessere deinen Formelaufbau für mehr Geschwindigkeit

Ich weiß, das ist zeitaufwendig, kann aber durchaus auf lange Sicht jede Menge Zeit einsparen.

Diese Anleitung sollte dir zumindest bei einem Großteil deiner Arbeitsmappen das gewünschte Ergebnis bringen.

Das kannst du sonst noch machen

Zum Schluss kann ich dir nur noch empfehlen, wenn keine der oben genannten Methoden etwas bringen dann solltest du die beiden folgenden Artikel lesen.

Diese gehen im Detail auf das Thema ein und bieten alternative Wege.

Diese sind manchmal etwas sehr technisch und am besten nur für fortgeschrittene User aber trotzdem sehr hilfreich.

Artikel 1

Artikel 2

Fazit

Selten ist nur ein Faktor ausschlaggebend für die Performance einer Excel Datei und die Wahrheit ist leider, dass nicht alle Dateien optimiert werden können.

Es zahlt sich aber allemal aus, der Ursache für die schlechte Performance auf den Grund zu gehen.

Die erzielte Zeitersparnis, die du auf lange Sicht erhältst, ist den Aufwand allemal wert.

Ich verschicke hin und wieder nützliche Tipps und Tricks rund um Excel per E-Mail. Wenn du diese nicht verpassen möchtest, dann trag dich doch in meinen kostenlosen Newsletter ein. Du kannst dich hier eintragen.

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Dein Michael, alias Doktor Excel der smarte Excel Problem Löser

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Doktor Excel

Doktor Excel

Heißt eigentlich Michael und arbeitet seit über 10 Jahren privat und beruflich mit Excel. Er hat dabei viele Zeitsparende Arbeitsweisen kennen gelernt und teilweise selbst entwickelt.

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